Natur Venezuela,
Flora und Fauna in Venezuela
Venezuela ist Heimat einer sehr grossen Vielfalt von Pflanzen und Tieren und eines der artenreichsten Gebiete der Welt. Die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt in Venezuela ist das Ergebnis von zwei Hauptfaktoren. Sowohl die Vielfalt der Landschaft, die es ermöglichte, dass sich viele einzigartige Spezies entwickelten, als auch die geographische Geschichte des Kontinents. Nachdem Südamerika etwa 70 Millionen Jahre geografisch isoliert war, erhob sich vor etwa 3,5 Millionen Jahren eine Landbrücke (das heutige Panama) aus dem Meer, und stellte eine Verbindung zu Mittelamerika her.Vereinzelt kamen neue Spezies aus Asien über Nord und Mittelamerika auf den Kontinent, und vermischten sich mit der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt. Obwohl diese neuen Arten die Vielfalt in Südamerika bereicherten, ergab sich natürlich auch neue Konkurrenz, und einige Arten starben in dieser Zeit aus.
Später, als die nördlichen Länder von der Eiszeit heimgesucht wurden, blieb Venezuela und der Südamerikanische Kontinent von diesem Ereignis verschont. Das hatte zur Folge, dass in Venezuela viele Arten überlebten, die in Asien, Nordamerika und Teilen Europas während dieser Zeit ausstarben.
Heute gibt es über 290 verschiedene Spezies von Säugetieren in Venezuela, unter ihnen der Jaguar (man nennt ihn hier Tiger), der Puma, der Ozelot, das Capybara (Chigueire), die Seekuh (Manatí), Brüllaffen, Kapuzineraffen und 3 weitere Spezies, Faultiere und zwei Arten von Süsswasserdelfinen. Um die Faultiere zu entdecken, bedarf es jedoch eines geübten Auges, da sie durch ihre fast vollkommene Bewegungslosigkeit ausgezeichnet getarnt sind. Venezuela beheimatet auch den Riesenotter oder Wasserwolf, den seltensten Otter der Welt. Auch die Seekuh (Manatí), ein vom Aussterben bedrohtes Saeugetier ist in Venezuela beheimatet, der Turúepano Nationalpark im Osten des Landes (Bundesstaat Sucre) wurde nur zum Schutz des Manatí gegruendet.
Im dichten Regenwald, in den Bergwaeldern und Nebelwäldern herrschen für die Tiere in Venezuela ausgezeichnete Lebensbedingungen. Besonders viele Tiere leben daher im Kronenraum der Urwaldriesen und sind daher sehr schwer zu beobachten. Von den Saeugetieren kommen dort häufig Breitnasenaffen vor, so z.B. Brüllaffen, Totenkopf- und Kapuzineraffen. Zu den Säugetieren sind auch die zahlreichen Fledermausarten zu rechnen, von denen die meisten als Blütenbestaeuber leben. Jedoch gehoert auch der nur in Suedamerika lebende, so genannte „echte Vampir“ zu ihnen.
Die Vogelwelt ist in Venezuela mit weit über 1000 Arten vertreten, unter ihnen der Kondor, der Hoatzin (Guacharaca), Flamingo, Pelikan, viele verschiedene Papageienarten, der Ara (Guacamayo), der Tukan und eine sehr seltene Nachtvogelart, der Fettschwalm von Caripe (Guacharo). Eine Besonderheit unter den Voegeln ist der Kolibri, der kleinste Vogel der Welt. Der kann mit seinen kleinen Fluegeln mit einer hohen Zahl von Schlaegen still in der Luft stehen, und sogar rueckwaerts und seitwaerts fliegen. Auffallend an den Kolibris ist ihr duenner, langer Schnabel, mit dem sie den Naktar aus den Blueten saugen. Aber auch der groesste Vogel der Welt ist in Venezuela zu finden: Der Kondor. Der Kondor kann eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen und ist in der Andenregion beheimatet. Hier sind auch viele der Raubvoegel zu finden, besonders auffallend ist die grosse Anzahl von Adlern. Auch in dem im Osten gelegenen Orinokodelta (Delta de Orinoco) kann man extrem viele Vogelarten finden, darunter auch viele Raubvoegel, besonders Falken und Adler. Der Schutz der Tier- und Vogelwelt in Venezuela ist besonders Dank Alexander von Humboldt und Henry Pittier hervorragend und viele der sehr tierreichen Gebiete sind heute Nationalparks und dadurch (zumindest theoretisch) besonders geschuetzt.
Die Vogelspinne:
Die Lieblinge vieler Terrarier werden oft zu Unrecht als Monster hingestellt. Sie gelten als wenig aggressiv und ihr Gift ist relativ harmlos, keineswegs jedoch toedlich. Nur ihr Biss kann recht schmerzhaft sein. Als nachtaktive Tiere bekommt man Vogelspinnen aber nur sehr selten zu sehen. Umso imposanter und eindrucksvoller wirken sie, wenn man im Schein der Taschenlampe ein Exemplar dieser einzigartigen Riesenspinnen entdeckt.
Venezuelas Reptilienarten sind unter anderem fuenf verschiedene Kaimanarten, Leguane, Klapperschlangen, Boas und die groesste Schlange der Welt, die Anaconda.
Ausserdem gibt es in Venezuela eine Vielfalt von Insekten, nicht nur die gefuerchteten Mosquitos, Puri Puri und jejens, sondern auch
zahlreiche Kaeferarten, sowie eine Unmenge an Schmetterlingen, davon etliche endemische Arten.
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Der rote Ibis:
Der rote Ibis oder auch Scharlachsichler genannt (Eudocimus ruber) , lebt im nördlichen Südamerika und verbreitet sich vom westlichen Venezuela, der Antilleninsel Trinidad über die Guyanas bis hin zur Amazonasmündung in Brasilien. Die Art gilt als nicht gefährdet und weist einen Bestand von an die 200.000 Exemplaren (davon alleine bis zu 45.000 im Nationalpark Turuépano) auf.
Die Vögel mögen es gesellig und leben am liebsten in großen Gruppen mit oft mehreren hundert Mitgliedern. Am ehesten sieht man diese Gruppen auf Mangroveninseln oder in Bäumen. Man kann sie dank ihrer leuchtendroten Färbung nicht übersehen. Männchen wie Weibchen werden bis 70 cm. hoch und wiegen bis 500 Gramm. Auf der Speisekarte des Vogels stehen Insekten, Krabben und Fische. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 20 Jahre. 
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