Orientierung in einem fremden Land,
.. ist immer auch der Reiz des Entdeckens, des Erlebens von Fremde und Unbekanntem. Wer nicht ausschließlich auf vorgegebenen Pfaden und in organisierten Touren reisen möchte, für den ist gerade das Entdecken „auf eigene Faust“ ein, wenn nicht vielleicht der maßgebliche Grund des Reisens selbst. Venezuela bietet hierfür die allerbesten Voraussetzungen und natürlich auch die damit verbundenen Herausforderungen. Aber nicht nur an Trecking-Touren in den Großlandschaften ist hierbei gedacht, sondern auch die Städte wollen abseits der Zentren und „touristischen“ Knotenpunkte entdeckt werden.
Stadtpläne und Karten sind für alle, die sich im Land bewegen wollen, unabdingliche Reisebegleiter. Mittlerweile gibt es für fast jede Stadt einigermaßen brauchbare Übersichtspläne, teilweise mit Straßenregistern etc., doch diese zu bekommen bedeutet nicht selten einen Extraausflug. Gutes Kartenmaterial für Wanderungen in der Umgebung oder gar des weiten Landes ist fast gar nicht erhältlich. Natürlich kann man sich zu Fuß an den mittlerweile verfügbaren Straßenkarten orientieren, und Wanderungen entlang von Straßen und Pisten haben unbestritten ihren eigenen Reiz, aber wer kennt das nicht? Schon wenige Meter abseits beginnen die spannenden Entdeckungen! Ob Pflanzen- oder Tierwelt, Topologie oder Siedlungen, das Land zeigt sich hier in allen schönen und wunderbaren Facetten und natürlich auch den traurigen (Dreck, Müll und Armut). Das gleiche gilt für Fahrten durch das Land jenseits der Hauptstraßen.
GPS-Navigation ist inzwischen fast jedem vertraut, wenn es um Straßennavigation geht. Die Möglichkeiten darüber hinaus sind aber noch vielen unbekannt, oder scheinen Spezialisten vorbehalten zu sein. Dabei kann jeder von dieser Technik profitieren, ein entsprechendes Gerät vorausgesetzt. Entscheidend sind immer zwei Komponenten: Das Gerät und dessen Kartenmaterial. Von Venezuela gibt es glücklicher Weise kostenlose Karten von wirklich hoher Qualität. Muss man sonst 200 € und deutlich mehr für gute Karten zahlen, so stehen die Karten von Venezuela frei im Internet zum Download. Die Karten bieten hilfreiche Informationen zur Topologie des Landes, das komplette Straßennetz bis hinein in Städte und kleinerer Orte, mit Straßenregister und POIs (points of interest) wie Banken, Busterminals, Posadas, Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten etc. Die Entdeckung der Städte und das Reisen von Stadt zu Stadt werden erheblich erleichtert.
Die Geräte gibt es ab ca. 350 €. Das ist viel Geld, jedoch für Leute, die sich gern und viel in der Welt bewegen, ob zu Hause oder in der Ferne, eine lohnende Ausgabe; viele haben so ein Gerät ja schon. 
Für die Verwendung von GPS-Geräten sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Schnell entdeckt der oder die Nutzer/in die verschiedenen Möglichkeiten. Grundlegend seien hier nur einige wesentlichen Grundfunktionen und –begriffe erläutert.
Das klassische Routing meint die Angabe von Startpunkt und Ziel an das Gerät, das dann eine entsprechende Route anhand des Kartenmaterials berechnet. Präferenzen wie schnellster oder kürzester Weg oder der Ausschluss von ungeteerten Straßen können gesetzt werden. Das Routing ist zwar hauptsächlich für die Autonavigation konzipiert (Abbiegehinweise etc.), doch auch als Fußgänger in einer fremde Stadt sehr nützlich. So kann man viele Plätze, Postämter, Busterminals und vieles mehr schnell finden.
Beim Tracking wird der zurückgelegte Weg aufgezeichnet und in der Karte dargestellt. So ist der Rückweg garantiert zu finden! Trackaufzeichnungen bieten aber vor allem im Nachhinein viele interessante Möglichkeiten. So lassen sich zum Beispiel Fotos einer Digitalkamera später am PC exakten Punkten auf der Karte zuordnen. Ein Track setzt sich aus vielen Trackpunkten zusammen, von denen jeder einzelne die Position, Datum, Uhrzeit und die geographische Höhe speichert. So lassen sich Höhenprofile erstellen, Geschwindigkeiten, Pausen, Umwege usw. gut nachvollziehen.
Jeder Zeit können eigene Wegpunkte gesetzt und benannt werden. Die dient bei der Planung von Wanderungen, dem Festhalten besonders schöner Plätze, dem Wiederfinden des Mietwagens…. Die POIs (points of interests) sind nichts anderes als vordefinierte und in der Karte gespeicherte Wegpunkte. Wie gut diese sind hängt vom Kartenmaterial ab, ist aber bei den kostenlosen Karten für Venezuela überraschend gut. So wusste der Inhaber einer sehr guten Posada in Carupano selbst nicht davon, dass seine Posada namentlich und exakt zu finden ist.
Ein mobiles GPS-Handgerät gibt vielerorts den Mut, kleine Pfade zu beschreiten und dabei unglaubliche Plätze zu finden. Nicht unbedingt die spektakulären, bekannten Plätze, sondern kleine, bescheidene Perlen wie Buchten, Quellen, Bäche und Aussichtspunkte von unvergesslicher Schönheit. Wann aus Mut Übermut wird muss jeder für sich prüfen, denn mitunter ist auch mal der Rückweg angezeigt. Der Mut zur Umkehr muss genauso groß sein wie der zur Entdeckung. Und man kann gemachte Wanderungen nachvollziehen und dabei fast unweigerlich die Fortsetzung schon gemachter Wege und den Start ganz neuer planen.
Unter http://www.gpsyv.net/Venrut.html stehen die kostenlosen, routenfähigen Karten nach Registrierung zum Download bereit. Mit Software wie Map Source oder Touratech kann man die Karte auf jedem PC lesen und bearbeiten und auf das Gerät übertragen.
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