Die Pemón
Die Pemón, 42.000 Mitglieder, leben im Bundesland Bolivar in Alto Paragua, Canaima und der Gran Sabana. Diejenigen, welche noch traditionell an den Flüssen und in der Savanne leben finden ihre Existenz in der Landwirtschaft, der Jagd, dem Fischfang aber auch als Touristenführer. Viele Pemón leben mittlerweile in der Zivilisation, sie sind Protagonisten für den Tourismus in ihrem Land geworden. Besonders in Kamarata, Canaima und der Gran Sabana kann man ihre Bekanntschaft machen.
Die Kariña
Die Kariña, 20.700 Mitglieder, wohnen in den Bundesländern Anzoátegui, Bolivar, Monagas und Sucre. Auch sie leben vorwiegend vom Ackerbau, der Jagd und dem Fischfang. Viele Kariña arbeiten aber heutzutage auch im Erdölgeschäft, was zu einer grundlegenden Änderung ihres Lebensstils geführt hat. Es werden Anstrengungen unternommen, damit ihre Kultur und Traditionen nicht verloren gehen.
Ye’kuana
Die Ye’kuana, 10.000 Mitglieder, leben in den Regionen des oberen Rio Caura, den Flüssen Erebato und Nichare, alto Ventuari, Parú, Cunucunuffla, Iguapo, Padamo und im mittleren Orinocobereich. Man nennt den Stamm manchmal auch Maquiritare. Sie leben vom Anbau von Gemüse und Früchten und von der Fischerei. Bekannt sind sie für ihre hervorragende Erfahrung als Navigatoren und Kaufleute auf dem Flussnetz ihrer Heimat. Ihre von Hand hergestellten Boote sind sehr beliebt und erfreuen sich großer Nachfrage. Auch für ihre Handarbeiten sind sie weltweit bekannt.
Yanomami
Die Yanomami, 12.400 Mitglieder, leben nicht wie die meisten Stämme ausschließlich an Flussläufen, sondern über den ganzen Amazonas verteilt. Das Kernland ist die Sierra Parima mit 1.000 m Höhe, die Grenze zwischen Venezuela und Brasilien.
Yanomami bedeutet nichts anderes als Mensch und in der Folge nennen sie alle nicht Yanomamis „Nape“. Das bedeutet in etwa komisch- Leute die man mit Vorsicht behandeln muss, gefährliche Leute. So werden alle nicht Yanomamis, Venezolaner sowie ausländische Besucher, bezeichnet. 1758 gab es erste Kontakte von Europäern mit den Indianern in der Sierra Parima und am Oberlauf des Orinoco. Die Yanomami waren dabei sich territorial auszudehnen, stießen aber mit dem Stamm der „Ye´kuana“ zusammen, welche diese Absicht zu verhindern wussten. Sie leben vorwiegend an den Flüssen Ocamo, Manaviche und Mavaca. Andere Gruppierungen der Yanomami finden sich auf brasilianischem Gebiet.
Sie sind traditionellerweise Jäger, Fischer und Gemüsebauer. Die Brandrodung und Säuberung des Geländes für den Gemüsegarten ist reine Männersache, wohingegen die Saat und die Ernte von Frau und Mann gemeinsam ausgeführt werden können. Früchte, Käfer, Honig und Larven von Bäumen holen die Männer hinunter, die Frauen tragen diese nach Hause. Die Fischerei und die Jagd sind grundsätzlich Männersache. Man kennt zwei Arten von Jagd. Einerseits „Rami“ womit man den normalen, täglichen Bedarf an Fleisch abdeckt und anderseits kennt man „Heniyomou“. Dies ist eine Jagd, wo alle Jungen des Dorfes mitmachen, um viel Fleisch zu gewinnen; meist in Vorbereitung eines wichtigen Festes oder vor einer Zeremonie für einen Verstorbenen. In so einem Falle beginnt die Jagd während den ersten Nachtstunden unter Begleitung von Gesang und Tänzen. Die Jagd dauert bei ausgelassener Fröhlichkeit mehrere Nächte. Die Verstorbenen werden traditionellerweise eingeäschert. Es ist Brauch bei den Yanomami, während der Trauerzeremonie gemeinsam die Asche und die Knochen des Verstorbenen zu verzehren. Diese wird vorher in einem Totenmörser gemahlen. Während die Frauen weinen, schlürfen die männlichen Bewohner eine Bananensuppe mit den gemahlenen Überresten des Toten. Ist der Tote durch einen Feind gestorben schwören die Männer Rache. Rituell werden bei solchen Zeremonien auch Tabak und die Droge Yopo konsumiert.
Die Yanomamis leben praktisch nackt. Frauen wie Männer schneiden sich das schwarze Haar in einer Art Rundschnitt. Es ist Tradition den Körper mit dem natürlichen Farbstoff Onoto rot und braun zu bemalen. Ziehen sie in den Krieg, reiben sie sich schwarze Asche ein, die Farbe die Nacht und Tod bedeutet. Wenn eine Frau Trauer trägt dann lässt sie die rote Farbe sein und färbt sich über ein Jahr lang schwarz.
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