Urlaub in Venezuela:
Venezuela- Das Land mit den reichsten Erdölreserven dieser Welt
Der Erdölsektor Venezuelas bleibt auch weiterhin die Hauptstütze der Wirtschaft. Die nachgewiesenen Erdölvorhaben lagen 1996 bei etwa 74 Mrd. Barrel, mittlerweile wurden die Zahlen noch nach oben gesetzt.. Das Land ist zudem im Besitz von mehr als der Haelfte der weltweiten Schwerstölreserven. Daneben verfügt es über relativ große Mengen an Eisen und Eisenerz, Bauxit, Phosphat und Kohle sowie über reiche Vorkommen an Diamanten und Gold. Die großen Erdgasvorraete, die Venezuela ebenfalls besitzt, sind noch nicht weitreichend entwickelt. Bedeutende Industriezweige neben der Erdölförderung und -verarbeitung sind - allerdings mit erheblichem Abstand - die Stahl-, Eisen- und insbesondere die Aluminiumindustrie. Darüber hinaus spielt auch der Tourismus in Venezuela eine entscheidende Rolle.
Venezuela hat mittlerweile einen recht hohen Selbstversorgungsgrad; Rindfleisch und Milchprodukte sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter. Kaffee, Reis und Zucker (und Zuckerprodukte wie Rum und Cachassa) werden fast ausschließlich fuer den Außenhandel produziert, Getreide fuer den Eigenbedarf. 1997 gelang Venezuela eine makroökonomische Stabilisierung, die die verheerenden Auswirkungen der schwersten Finanz- und Bankenkrise des Landes von 1994 linderte. Waehrend dieser Krise wurden zahlreiche Banken und Versicherungen aufgrund von Zahlungsunfaehigkeit verstaatlicht sowie Preis- und Waehrungskontrollen eingeführt, die die wirtschaftliche Krise noch weiter verschaerften. Wachsende Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen, die auf überaus hohe Inflationsraten zurückzuführen waren, hatten zur Folge, dass sich die wirtschaftliche Krise in eine soziale Krise ausweitete. 1996 wurde mit dem Internationalen Waehrungsfonds (IWF) ein Reformprogramm beschlossen, das die Abschaffung der Devisen- und Preiskontrollen, Stabilisierung der Waehrung, Zunahme der Devisenreserven und einen Haushaltsausgleich vorsah. Diese Strukturreformen konnten jedoch nur teilweise realisiert werden; der ökonomische Stillstand des Landes 1998 infolge eines Verfalls der Ölpreise, der daraus resultierenden schlechten Lage der öffentlichen Haushalte und zunehmenden Massenarmut, war vorhersehbar. Zu den bedeutendsten Änderungen im Wirtschafts- und Sozialbereich seit 1999 gehören reformierte Steuergesetze, die Schaffung eines Investitionsförderungsgesetzes und der Erlaß von Rahmengesetzen fuer die Bereiche Strom, Gas, Bergbau und Telekommunikation. Venezuela und dessen wirtschaftliche Entwicklung ist nach wie vor in starkem Maße von der Entwicklung des weltweiten Erdölpreises abhaengig, der zur Zeit ja so hoch wie noch nie ist. Diese Abhaengigkeit hat sich in den letzten Jahren noch sehr zugespitzt.
Erdöl traegt mit 75% zum Bruttoinlandsprodukt, mehr als 80% zu den Staatseinnahmen und mit fast 90% zum Exportwert bei. Die venezolanische Regierung hat ihrer Erdölpolitik aus diesem Grund höchste Prioritaet eingeraeumt, die sich unter anderem in der Forderung fuer hohe, "gerechte" Preise und Fördermengenbeschraenkungen aeußert. Zur Zeit wird verstaerkt dazu übergegangen, die öl-Exploration und -Ausbeutung gemeinsam mit auslaendischen Investoren zu betreiben. Im Gegensatz zur Erdölpolitik vernachlaessigt die Regierung den übrigen industriellen Sektor. Dies zeigt sich unter anderem in nicht konkurrenzfaehigen industriellen und landwirtschaftlichen Produkten, deren Ursache in der erheblichen Überbewertung der venezolanischen Waehrung liegt. Als Konsequenzen dieser Entwicklung sind massive Kapitalflucht und Betriebsschließungen im Nicht-Öl-Sektor zu beobachten. Diese Strukturmaengel beeinflussen die momentanen Entwicklungen von Wirtschaftswachstum, Inflationsrate und Haushaltsdefizit in Venezuela negativ. Venezuela gehört der OPEC und der Asociación Latinoamericana de Integración an. Die USA sind der größte Handelspartner, gefolgt von Kuba, China, Brasilien, Italien, Japan und Vietnam.
